Halte deinen Geist und deinen Körper flexibel.

Die körperlichen Auswirkungen geistiger Verspannung - häufig in Form von Nacken- und Schulterschmerzen oder vielleicht Herzrasen - haben wir sicherlich alle bereits erlebt. So ärgerlich diese Kettenreaktion auch ist, es gibt auch eine gute Nachricht. Der Zusammenhang wirkt auch in die entgegengesetzte Richtung. So können wir durch bewusste körperliche Entspannung und Flexibilität auch unseren Geist dabei unterstützen ruhiger und gelassener zu werden.

Der Klassiker der körperlichen Entspannung ist sicherlich die Yoga-Praxis. Auch wenn dir allein bei dem Gedanken an all die akrobatischen und verdrehten Yogahaltungen, welche dir tagtäglich von durchtrainierten Yogis auf Instagramm oder Pinterest präsentiert werden, der Angstschweiss auf die Stirn tritt kann ich dir nur empfehlen dich davon nicht abschrecken zu lassen und es einmal auszuprobieren.

Neben den Angeboten in klassischen Yogaschulen bieten mittlerweile auch viele Fitnessstudios Yogakurse an, welche für den Einstieg eine gute Alternative darstellen können. Wenn dir das für den Anfang zu viel ist kannst du dir auch eine Yoga-Matte für zu Hause kaufen und kannst dich für den Anfang an einem der vielen wirklich guten Videokurse (z.B. kostenlos auf Youtube) versuchen. Wenn du dich am Anfang ähnlich geschickt anstellen solltest wie ich hast du hierbei den Vorteil, dass deine ersten Versuche vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen bleiben. :)

Yoga stellt die perfekte Ergänzung zu deiner Meditationspraxis dar. Es hilft dir zum einen deine Knochen, Muskeln und Faszien nach dem Sitzen auf dem Kissen wieder zu mobilisieren und dich wieder mit deiner Umgebung zu verbinden. Zum anderen erleichtert dir regelmäßiges Yoga definitiv gerade am Anfang das Meditieren, da gelöste muskuläre Anspannung auf dem Kissen viel weniger nach deiner Aufmerksamkeit schreien und deine Fokussierung stören. Mit einiger Übung wirst du auch die doch noch vorhandenen körperlichen Anspannungen in der Meditation nur noch wahrnehmen können, ohne diese zu dramatisieren, auf sie zu reagieren oder deine Sitzhaltung zu verändern.

Neben Yoga bieten insbesondere Aktivitäten in der freien Natur wie Klettern oder Surfen aufgrund ihrer teils meditativen Charakters eine perfekte Alternative. Jeder, der schon einmal einige Meter vor der Küste auf seinem Brett saß und auf das nächste Set Wellen gewartet hat, kennt wohl das Gefühl vollkommener innerer Ruhe gepaart mit der freudigen Erwartung auf den nächsten Ritt. Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch vom Skifahren, Snowboarden, Mountainbiken oder irgendeiner anderen tollen Aktivität die dich begeistert. In diesen Situationen ist es so leicht wie selten in sich zu ruhen und eins mit der Welt zu sein. Das Schöne ist, je häufiger man sich bewusst in solche Situationen begibt, umso leichter fällt es irgendwann auch in der Hektik des Alltags die notwendige Ruhe und Entspannung zu finden.

Schau Sie dir an, die leidenschaftlichen Surfer, Kletterer und Yoga-Lehrer (und übrigens noch viele andere). Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen sie haben den heiligen Gral des Glücks gefunden. Und ein stückweit haben sie es tatsächlich. Einfach indem Sie vollkommen im aktuellen Moment aufgehen, genießen und dankbar sind für das was gerade passiert. Neudeutsch würde man jetzt sagen: "Sie sind im Flow." Sprich sie befinden sich in einem Zustand vollkommener Konzentration.

So toll und inspirierend diese Sportarten auch sind, sind sie nicht für jeden umsetzbar. Vielleicht hast du in deinem Heimatort weder einen Berg noch das Meer vor der Haustür, aber eine schöne Fahrrad- oder Laufstrecke findet jeder. Vielleicht entdeckst du auch wie ich die Magie des Stand up paddlings. Also mach dich auf und leg los.

Egal für was du dich entscheidest, die Hauptsache ist, dass du mit vollem Herzen und Begeisterung bei der Sache bist. Denn dann werden die aufdringlichen Gedanken in deinem Kopf immer leiser und leiser werden und du kannst sie einfach vorbei ziehen lassen anstatt ihnen nachzuhängen und dich von ihnen mitreißen zu lassen.

Vielleicht sind dir in den letzten Monaten vermehrt Schlagworte wie Faszien und Faszientraining zu Ohren gekommen. Faszien sind vereinfachend ausgedrückt das, was landläufig als Bindegewebe bezeichnet wird. In der Vergangenheit wurde dem Bindegewebe nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Weder Forscher noch Praktiker haben dem Bindegewebe viel Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beigemessen. Diese Einstellung hat sich in den vergangenen Monaten jedoch grundlegend geändert seit erste Forschungen gezeigt haben welch wichtige Rolle den Faszien in unserem Körper zukommt. Und das ist auch gar nicht so verwunderlich macht man sich einmal bewusst, dass es sich hierbei um ein den gesamten Körper umspannendes Netzwerk handelt. Und nicht nur das, auch hält es unsere Organe an Ort und Stelle, welche ohne das Bindegewebe wohl fröhlich durch unseren Körper hüpfen würden. Viele Rücken- und Nackenbeschwerden welche man bisher auf eine verspannte Muskulatur zurückgeführt hat könnten ihren Ursprung nach neuen Erkenntnissen vielmehr in verspanntem Bindegewebe haben.

Um den Einfluss der Faszien auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu verstehen und vor allem um zu sehen, wie einfach viele Beschwerden mit denen man sich schon seit Jahren herumplagt zu lösen sind ist das Buch "Unerklärliche Beschwerden" von Helga Pohl die perfekte Lektüre.

Aufbauend auf den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Faszien wird mittlerweile das speziell auf die "Bearbeitung" des Bindegewebes ausgerichtete Faszientraining angeboten. Auch wenn viele der wissenschaftlichen Erkenntnisse bzgl. der Faszien und ihrer Bedeutung auf unser Wohlbefinden relativ neu sind, haben viele der heute im Faszientraining durchgeführten Übungen in den alten Shaolin-Klöstern eine jahrhundertelange Tradition. Das Buch "Die Shaolin Formel" kann dir zum Einen sehr interessante Informationen über das alte Wissen der Shaolin bzgl. der Faszien geben und gibt dir zum Anderen ein detailliertes Trainingsprogramm (inkl. DVD) an die Hand. Ich kann dir diese Lektüre und die Übungen wärmstens empfehlen.

Auch die aktuell extrem beliebten Black rolls setzen genau hier an.